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Frauen & Buddhismus Überlieferung · Bilder · Gegenwart · Praxis
Häufige Fragen

Fragen und Antworten zu Frauen und Buddhismus

Manche Fragen tauchen immer wieder auf, wenn es um Frauen und Buddhismus geht. Hier sind kurze Antworten – jeweils mit einem Hinweis, wo Sie ausführlicher weiterlesen können.

Lehre und Geschichte

Können Frauen nach buddhistischer Lehre erwachen?

Ja. Nach den frühen Texten bejahte der Buddha ausdrücklich, dass Frauen alle Stufen des Weges bis zur Heiligkeit erreichen können. Die Therīgāthā, eine Sammlung von 73 Gedichten früher Nonnen, bezeugt das in ihren eigenen Worten. Mehr unter Frauen im frühen Buddhismus.

Was ist eine Bhikkhunī?

Eine vollordinierte buddhistische Nonne. Der Begriff stammt aus dem Pāli, im Sanskrit heißt es Bhikṣuṇī, im Tibetischen Gelongma. Vollordinierte Nonnen folgen einer Ordensregel mit rund 300 bis 350 Vorschriften, je nach Tradition.

Warum gab es in manchen Ländern keine vollordinierten Nonnen?

Weil die Ordinationslinie abgerissen war – in Sri Lanka etwa um das 11. Jahrhundert – oder in Tibet nie vollständig ankam. Da die volle Weihe nach den Regeln vollordinierte Nonnen voraussetzt, galt sie dort lange als unmöglich. Mehr im Beitrag Volle Ordination für Frauen.

Was sind die acht schweren Regeln?

Acht Vorschriften, die nach der Überlieferung bei der Gründung des Nonnenordens festgelegt wurden und Nonnen den Mönchen unterordnen. Ob sie auf den Buddha selbst zurückgehen, ist in der Forschung umstritten.

Bilder und Gestalten

Sind Tara und Guanyin Göttinnen?

Nicht im westlichen Sinn. Sie gelten als erwachte Wesen oder Bodhisattvas, die Qualitäten wie Mitgefühl und Weisheit verkörpern. In der Meditation stellt man sie sich vor, um diese Qualitäten in sich selbst zu entwickeln. Mehr unter Göttinnen, Dakinis und die Mutter der Weisheit.

Warum wird Guanyin mal als Mann, mal als Frau dargestellt?

Der Bodhisattva Avalokiteshvara wurde in Indien und Tibet männlich dargestellt. In China setzte sich etwa ab der Song-Zeit die weibliche Form Guanyin durch.

Heute

Gibt es buddhistische Nonnen in Deutschland?

Ja, in mehreren Traditionen, meist in kleinen Klöstern oder als Lehrerinnen in Zentren. Ihre Zahl ist überschaubar. Beispiele für bekannte Lehrerinnen stehen im Beitrag über Lehrerinnen der Gegenwart.

Muss ich Buddhistin sein, um zu meditieren?

Nein. Viele Zentren laden ausdrücklich Menschen ohne Bekenntnis ein. Meditation ist eine Übung der Aufmerksamkeit, die Sie ausprobieren können, ohne sich einer Religion anzuschließen.

Gibt es Meditationsgruppen nur für Frauen?

Ja, in vielen größeren Städten. Sie treffen sich oft monatlich und sind häufig an ein Zentrum angebunden. Hinweise zur Suche finden Sie in der Übersicht Gegenwart.

Praxis

Wie lange sollte ich am Anfang meditieren?

Zehn bis zwanzig Minuten täglich sind ein guter Anfang. Regelmäßigkeit ist wichtiger als Dauer.

Passen Yoga und buddhistische Meditation zusammen?

Ja. Beide stammen aus demselben Kulturraum, und sanfte Bewegung erleichtert das Sitzen. Mehr unter Asana, Mudra, Bandha, Pranayama.